Toskana auf dem Sofa – Unsere Buchtipps

Es ist eine besondere Art und Weise, eine Stadt mit Büchern zu erkunden. Auf den Spuren von Dichterinnen und Autoren zu streifen und mit ihren Augen das bunte Treiben zu geniessen, die Natur zu sehen oder auch die Menschen kennenzulernen, ist eine besondere Bereicherung jeder Reise.

Unsere persönlichen Höhepunkte in der Buchwelt für eine Reise nach Florenz, Lucca und Pisa sind die unten aufgeführten Bücher. Sie sind uns während der Vorbereitungen für die literarische Reise ans Herz gewachsen – und sie haben unser Reisegepäck erheblich mit Kilos belastet, aber zu Recht.

Wir, die im Frühjahr 2017 und 2018 mit Literaturecho unterwegs waren, lauschten diversen Zeilen und Auszügen der genannten Autorinnen und Literaten u. a. auf dem Schiefen Turm in Pisa, in den Altstadtgassen von Lucca und im Dom von Florenz: Ein bleibendes Ereignis für alle, die dabei waren!

Michel de Montaigne
Tagebuch einer Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland

200 Jahre vor Goethe reist Michel de Montaigne nach Italien. Mit neugierigem und staunendem Blick hält der Franzose 17 Monate und 8 Tage lang die Zustände und kulturellen Kuriositäten im Europa des 16. Jahrhunderts fest – ein Lesevergnügen nicht nur für Liebhaber von Reiseberichten.

Dies ist eine persönliche Empfehlung der Literaturvermittlerin Dr. Petra Pforr. Sie reiste mit uns auf literarischer Reise durch die Toskana und ich schätze ihre Literaturliste sehr. Ich selbst lese dieses Buch nicht von vorn bis hinten, sondern immer wieder ein bisschen. Es ist so gut, dass ich eigentlich immer gleich wieder eine Reise nach Italien organisieren möchte – auch hunderte Jahre später.

Marianne Schneider (Hrsg.)
Florenz – eine literarische Einladung

Goethe hat Florenz nicht beachtet, weil ihm angeblich sein Reiseführer die Stadt als unbedeutend darstellte. Reiseführer können sich irren, wohin gegen sich dieses Büchlein als literarische Einladung versteht. Schriftsteller stellen die Stadt auf ihre Weise vor: als geometrische Rauferei (Giorgio Manganelli), Geldmaschine (Guido Ceronetti) und Irrenhaus (Curzio Malaparte) – mit einem berüchtigten Beispiel toskanischer Narretei: Roberto Benignis Rede über Gott und die Welt.

Einige Literaten beschreiben einzelne Orte. Andere werfen einen Blick zurück: in die Renaissance-Novellen (Anton Francesco Grazzini, Giovanni Boccaccio, Franco Sacchetti), in das späte 19. Jahrhundert, als Florenz Hauptstadt Italiens war, in das Jahr der Befreiung (1944) und in das Jahr der grossen Überschwemmung (1966).

Meine persönliche Lieblingsgeschichte ist die Neuinterpretation der Göttlichen Komödie Dantes von Multitalent Roberto Benigni, bekannt auch durch seinen Oscar-prämierten Film „Das Leben ist schön“.

Ross King
Das Wunder von Florenz. Architektur und Intrige: Wie die schönste Kuppel der Welt entstand.

„King erzählt das Stück Architekturgeschichte so mitreissend wie einen Historien-Thriller.“
(Kurier am Sonntag, 2014)

Der Triumph von Kühnheit und Phantasie über Skepsis und Neid – mit der Kathedrale von Florenz wollten die Medici den Reichtum und die Pracht ihrer Stadt verewigen. Aber ein Jahrhundert nach der Grundsteinlegung wusste noch niemand, wie man die riesige Kuppel mit einem Durchmesser von mehr als 40 Metern bauen könnte. Ross King erzählt die wahre Geschichte von Filippo Brunelleschi, der sich gegen Spötter und Neider durchsetzte, neue Kräne und Bautechniken erfand und riesige Marmorblöcke auf dem Fluss Arno transportieren liess. Dies alles zu bewerkstelligen im Florenz der Pestepidemien und Belagerungen, das kommt in der Tat einem Wunder gleich.
Das Buch empfehle ich Architektinnen und Architekten und gerne Männern. Es ist kein süffiges Lesebuch, sondern eher eine Art erzählendes Sachbuch. Ich bekam es empfohlen, als ich mich selbstständig machte, weil sich die Situationen ähneln: Ich wusste damals auch noch nicht, wie ich welche „Kuppel bauen“ würde. Inspirierend!

Barbara Bronnen
Toskana. Ein Reisebegleiter

Barbara Bronnen nimmt uns mit auf eine literarische Entdeckungsreise durch eine der schönsten Landschaften Europas. Die Toskana ist der Schriftstellerin seit vielen Jahren zur zweiten Heimat geworden: Sie liebt die Region und ihre Bewohner und ist eine intime Kennerin ihrer Kultur und Literatur. Die Reise führt uns von Florenz nach Volterra, nach San Gimignano, Siena und Lucca, vorbei an Zypressen- und Olivenhainen, durch Weinberge und romantische Dörfchen. Unterwegs leisten uns berühmte Autoren und Künstler aus allen Epochen Gesellschaft: Dante, Boccaccio, Machiavelli, Heinrich Heine, Hermann Hesse, Ezra Pound, Niki de Saint Phalle, Umberto Eco, Antonio Tabucchi u. v. a.

Für das Nachttischchen: schön zum Schwelgen und immer wieder anders durch die verschiedenen Blickwinkel.

Andreas Beyer
Toskana – Ein literarisches Landschaftsbild

Die hier vorliegende Sammlung von Texten und Bildern zeichnet ein literarisches Porträt der Toskana. Dabei wurde das Augenmerk auf Texte gerichtet, die nicht nur das Land beschreiben, sondern auch die enge Verbindung von Natur und Kunst. Was soll ich sagen? Sehr gut und wunderbar! Dieses Buch ist im Moment nur antiquarisch zu erhalten, da es leider vergriffen ist.

Kennen Sie noch andere Buchtipps über die Toskana? Empfehlen Sie uns Ihre Bücher in den Kommentaren! Wir freuen uns auf neue Entdeckungen!

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