Literaturfestivals in der Schweiz: Unsere Empfehlungen

In der Schweiz finden jährlich unüberschaubar viele literarische Veranstaltungen statt. Zu den grössten zählen die Literaturfestivals. Zu Ihrer Orientierung haben wir hier fünf auserlesene Empfehlungen für Sie zusammengestellt. Egal, ob Sie sich für internationale oder lokale Autoren interessieren, ob Sie Literatur gerne im grossen Rahmen oder unter freiem Himmel geniessen – mit uns finden Sie die passende Gelegenheit!

SOLOTHURNER LITERATURTAGE: Eine internationale Grösse
(30. Mai – 2. Juni)

Das 1978 gegründete Festival hat sich national und international bewiesen. In der Presse und unter den Besuchern gilt es als die unbestrittene Nummer Eins der Schweizer Literaturfestivals. Trotz seines grossen Erfolgs bewahrt das Festival am Ufer der Aare in Solothurn ein kleinstädtisches Ambiente. Ein grosser Vorteil ist, dass alle Veranstaltungen nahe beieinander liegen. Auch Eltern können sich hier prächtig amüsieren: Ein kostenloser Hort betreut Kinder, deren Eltern die literarischen Veranstaltungen besuchen.

Seit der Gründung ist ausländische Literatur ein fester Bestandteil des Programms. Dementsprechend finden Sie hier nicht nur grossartige Autoren, sondern auch zahlreiche Übersetzer aus diversen Sprachen. Dazu kommen Journalisten, Verleger und viele andere Menschen der Buchbranche.

Das Festival entwickelt sich laufend weiter und blickt in die Zukunft. Unter anderem setzt es sich oft mit der Präsenz von Frauen in der Literaturszene auseinander. Die Solothurner Literaturtage ziehen Leute aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland an – zu Recht! Denn das Festival bietet eine Fülle von Lesungen, Diskussionspodien, Gesprächen und Spoken-Word-Performances in allen Landessprachen.
Details zum diesjährigen Programm finden Sie hier.

LAUSCHIG: wOrte im Freien
(ab dem 25. Mai)

Die Literatur- und Spoken-Word-Reihe «lauschig» wird ihrem Namen gerecht: In den schönsten Gärten und Parks von Winterthur lesen literarische Grössen wie Peter Stamm und Spoken-Word-Künstlerinnen wie Nora Gomringer aus ihren Werken. Dazu kommen nicht weniger spannende Debütantinnen und Debütanten. Neben gemütlichen Lesungen werden auch literarische Spaziergänge und sogar Wanderungen angeboten. Und für den Fall, dass es mal regnen sollte, verfügt das Festival über eine Schlechtwetter-Location.

Lauschig stellt das Ambiente der Lesungen und die Persönlichkeiten der Autorinnen und Autoren in den Mittelpunkt. Besonders junge Schreibende werden gefördert, und Literatur aus der Schweiz steht im Fokus.

Seit 2018 hat Lauschig an drei Standorten alte Telefonkabinen zu Mini-Bibliotheken umfunktioniert. Das Projekt nennt sich «lauschig bücher tauschen». Jeder kann dort nach dem Motto «Nimm ein Buch – bring ein Buch» neue Bücher entdecken – anonym und ohne jegliche Formalitäten.
Details zum diesjährigen Programm finden Sie hier.

INTERNATIONALES LITERATURFESTIVAL LEUKERBAD: Literatur auf neuen Höhen
(28. – 30. Juni)

Für Bergliebhaber gibt es nichts, das man mit dem Internationalen Literaturfestival Leukerbad vergleichen könnte. Die wohl wichtigste Komponente dieses Festivals ist die atemberaubende Berglandschaft des Wallis. 

Jahr für Jahr pilgern die Menschen dank auserlesenem Programm, international gefragter Autoren und der unvergleichlichen Landschaft nach Leukerbad, um Literatur in den Bergen zu geniessen. Kaum ein anderes Festival bietet ein so abenteuerliches Programm: literarische Spaziergänge durch die Dalaschlucht, Abendlesungen in der Walliser Alpentherme und im Spa Leukerbad. Aber der Höhepunkt ist wohl die atmosphärische Mitternachtslesung auf dem Gemmipass auf rund 2300 Metern über Meer.
Details zum diesjährigen Programm finden Sie hier.

OPENAIR LITERATUR FESTIVAL ZÜRICH: frisch und innovativ
(8. – 14. Juli)

Das 2013 gegründete Openair Literatur Festival Zürich findet jeden Sommer im idyllischen Alten Botanischen Garten statt. Neben dem Hauptprogramm, den Lesungen, zeichnet sich das Festival besonders durch sein innovatives Rahmenprogramm aus: Zahlreiche interdisziplinäre Projekte zwischen Text, Tanz und Theater werden auf die Beine gestellt. Für den Besucher gilt es also, eine Vielfalt von Installationen, interaktiven Hörspielen, szenischen Lesungen und Konzerten zu entdecken. 

Unter freiem Himmel treffen sich Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Leser, Poetinnen und Poeten. Wichtige Schreibende aus aller Welt wie etwa Shumona Sinha, Ayelet Gundar-Goschen und Teju Cole sind hier zu finden. Auch international hat sich das Festival durchgesetzt. Beispielsweise tritt die feministische Amerikanerin Roxane Gay in Zürich ihr Debut im deutschsprachigen Raum an. 
Details zum diesjährigen Programm finden Sie hier.

BUCHBASEL: Vielfalt in der Buchbranche
(8. – 10. November)

Die BuchBasel geht auf das «Literaturfestival Basel» zurück, das erstmals 1998 stattfand. Seitdem hat sie einen umfassenden und internationalen Anspruch. Mittlerweile ist die BuchBasel der grösste Literaturanlass der Region und zieht Besucher aus der ganzen Schweiz an.

Das Festival verbindet die geheimsten Ecken Basels mit grossen internationalen Schreibenden. Eine breite Palette von Veranstaltungen belebt die Stadt alljährlich im November. Abwechslungsreicher könnte die immense Auswahl von Veranstaltungen nicht sein: Rund um die Uhr und in der ganzen Stadt verteilt finden Lesungen, Buchpräsentationen und politische Debatten statt. In grossen Sälen, kleinen Kaffees, Apotheken, Tanzstudios oder sogar auf dem Friedhof! Kurz gesagt: Hier findet sich für jede und jeden etwas.

Zweifelsohne die bestbesuchte Veranstaltung aber ist die Verleihung des bedeutenden Schweizer Buchpreises, die jedes Jahr während der BuchBasel stattfindet und sie somit von anderen Literaturfestivals abhebt. Der Preis wird an ein deutschsprachiges literarisches oder essayistisches Werk vergeben. Ausgezeichnet wurden unter anderem Lukas Bärfuss und Jonas Lüscher.
Details zum diesjährigen Programm werden etwa ab Juli hier zu sehen sein.

 

Literaturfestivals bieten die einzigartige Möglichkeit, Literatur im grösseren Rahmen zu teilen – sei es mit Fachleuten aus der Buchbranche oder den Autorinnen und Autoren selbst. Literaturfestivals bereichern und inspirieren uns, bringen uns unseren Lieblingsbüchern näher und stellen uns die neusten Perlen auf dem Buchmarkt vor. Also nichts wie raus und an die nächste Veranstaltung!

Und wenn Sie sich (nach all dem Zuhören und Zuschauen) mit anderen Lesenden über Ihre Lektüre austauschen möchten, schauen Sie bei uns vorbei! Jeden Monat lesen und diskutieren wir  gemeinsam im Buchclub Die Welt lesen. Wir freuen uns auf Sie!

Artikel von Sophie Keller, Praktikantin bei Literaturecho

© Fotografien von oben nach untern: Christian Bechtiger, Fotomtina, Stefan Kubli, Jonas Ludwig Walter (für Leukerbad), Christian Bechtiger, Livio Baumgartner, Ben Koechlin (für BuchBasel)

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