Eine Beschäftigung, die ich in meiner Jugend gehätschelt habe

Jan ist eifriger Leser und von Anfang an Mitglied im Buchclub «Die Welt lesen». Hier gibt er einen Einblick in seine Lesejugend und in seine gegenwärtigen Lesegewohnheiten – und er erzählt von seinen vielsprachigen literarischen Interessen. Im «Echo» lassen wir unsere Leserinnen und Leser mit einzelnen Portraits zu Wort kommen und laden zum Austausch von Anregungen und Empfehlungen ein.

Lieber Jan, bitte stelle dich kurz vor!

Ich bin schon einige Jahre pensioniert und habe darum genügend Zeit, um ab und zu ein Buch zu lesen. So kann ich wieder eine Beschäftigung pflegen, die ich in meiner Jugend gehätschelt habe, auch wenn mein Vater immer geschimpft hat, dass es genügend andere Sachen – z. B. Basteln – zur Beschäftigung gab. Meine Mutter hat das Lesen aber liebevoll unterstützt, weil sie selbst gerne Bücher gelesen hat, auch wenn bei der Sorge um ein grosse Familie nicht viel Zeit  dafür blieb.

In meiner beruflichen Tätigkeit war die Zeit zum Lesen knapp, weil nun die Fachliteratur Priorität hatte. Ich konnte jedoch regelmässig die Entwicklung der niederländischen Literatur verfolgen –Niederländisch ist meine Muttersprache – und zumindest einige Bücher lesen, um diese Sprache nicht zu verlernen.

 

Wie würdest Du Deinen Büchergeschmack in drei Wörtern beschreiben?

Meine Vorliebe geht eindeutig in Richtung historische Romane bzw. Sachbücher. Aber Romane, die sich mit fremden Ländern befassen, faszinieren mich ebenso.

Ordnest Du Deine Bibliothek nach einer gewissen Struktur?

Unsere Bibliothek – meine Frau hat einen wesentlichen Teil dazu beigetragen – ist hauptsächlich nach Sprachen geordnet, weil wir beide neben Deutsch auch Englisch, Französisch und – siehe oben – Niederländisch lesen. Diese Bibliothek ist über mehrere Zimmer verteilt und wird wegen Platzmangels nur noch selten aufgefrischt. Neue Bücher werden aus der Stadtbibliothek oder aus der Unibibliothek ausgeliehen und vermehrt als E-Book gelesen.

Was ist Deiner Meinung nach ein unbekanntes Juwel?

Es ist leider so, dass die niederländische Literatur im deutschen Sprachraum nach wie vor vernachlässigt wird, auch wenn immer mehr Bücher der jüngeren Autoren übersetzt werden. Es gäbe aber noch viel nachzuholen aus diesem Sprachraum mit mehr als 20 Millionen Nutzern dieser «unbekannten» Sprache.

© Bilder: Privat (Foto), Susan Yin (Bibliothek).
 

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Veröffentlicht in: Echo

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