Das Impressum – eine unterschätzte Pflichtangabe

Es gibt nichts Schöneres, als in einen Buchladen oder eine Bibliothek zu gehen und sich in den Regalen auf die Entdeckungsreise neuer Bücher zu begeben. Man zieht das eine oder andere aus dem Regal, manchmal zufällig, manchmal durch ansprechende Titel oder durch neugierig machende Covergestaltungen verführt.
Ein Blick auf die Buchzusammenfassung, die Angaben zum Autor und das Anlesen einiger Seiten entscheiden dann meistens darüber, ob ich das Buch in das Regal zurückstelle, oder nicht.

Das Impressum hingegen lässt mich bei der Entscheidung in der Regel völlig kalt. In jedem Buch vorhanden, immer auf Seite vier oder der letzten Seite des Buches aufzufinden, trägt es bei mir so gut wie nie zu einer Kaufentscheidung bei. Es sei denn, ich kaufe einen Reiseführer. Da interessieren mich die Angaben über Auflage und Erscheinungsjahr schon eher. Oder auch bei Fachbüchern.
Auch gestalterisch macht das Impressum nicht allzu viel her und zieht nicht unbedingt die Aufmerksamkeit der Leser auf sich. Man weiss, es ist da. Es gehört zum Buch wie die Titelei und die Seitenzahlen.

Doch was hat es mit dem Impressum eigentlich auf sich?

Die Pflicht zum Impressum entstand im 16. Jahrhundert. Sinn und Zweck war es, die Anonymität von Publikationen aufzuheben, damit jene, die für den Inhalt eines Druckwerks verantwortlich sind, jederzeit straf-, zivil- und presserechtlich haftbar gemacht werden können. Ausserdem gab das Impressum unter anderem darüber Auskunft, über welchen Händler das Buch bezogen werden konnte. Somit bekamen Verlage, Herausgeber und Autoren eine Identität. Wurden Bücher mit skandalösem Inhalt gedruckt, konnten Buchhändler und Verleger auf eine Nennung verzichten. Auch gab es eine Zeit lang die Gewohnheit, Bücher mit einem offensichtlich fiktiven Impressum auszustatten – damit war dem Käufer der skandalöse Inhalt sofort bewusst.

Afrikanische AutorenJedes Buch, das heutzutage veröffentlicht wird und in den Handel gelangt, benötigt ein Impressum. Die gesetzlichen Pflichten zum Inhalt des Impressums werden durch Landesrecht geregelt. Es enthält in der Regel Angaben zu Autor, Herausgeber, Titel des Buches, Erscheinungsort und Erscheinungsdatum. Die Urheberrechte sowie eventuelle Rechte Dritter (beispielsweise Bildrechte) gehören ebenfalls in das Impressum. Des Weiteren findet man Angaben zur Auflage und die ISBN. Aber auch Angaben zu Verlag, Gestaltung, Druck, Papierqualität, Lektoren und Übersetzern werden hier gemacht.

Somit handelt es sich beim Impressum um eine Art Faktenblatt, dass in jedem Buch zu finden ist. In der Schweiz gibt es neben der Impressumspflicht für Bücher übrigens auch eine Impressumspflicht für Zeitungen und Zeitschriften, und seit 2012 auch für Webseiten.

Das Impressum wird mich weiterhin nur selten beim Kauf eines Buches beeinflussen, aber trotzdem spannend zu wissen, was es damit auf sich hat.
Finden Sie nicht auch? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

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