Heute lese ich generell weniger und suche deshalb auch spezifischer

Lesen verbindet – mehr denn je! Im persönlichen Porträt erzählt uns Anouk über ihre vielen Lieblingsbücher, die schönsten Bücher in ihrer Bibliothek und welchen deutschen Klassiker sie nicht zu Ende gelesen hat – und warum. Im «Echo» lassen wir unsere Leserinnen und Leser zu Wort kommen und laden zum Austausch von Anregungen und Empfehlungen ein.

Von welcher Autorin/welchem Autor Kaufst du ein Buch, ohne darüber nachzudenken?

In meiner Jugend besass ich viele Bücher von Kai Meyer, einem Fantasy-Autor, und verschlang sie alle. Heute lese ich generell weniger und suche deshalb auch spezifischer. Müsste ich meinen Lieblingsautor der letzten Jahre nennen, wäre es Ian McEwan – doch auch bei seinen Büchern schaue ich mir zuerst den Klappentext an oder informiere mich anderweitig über die Story, bevor ich eines kaufe.

Was ist das schönste Buch in deiner Bibliothek?

Da muss ich wohl zwei nennen: eine alte, gut riechende, wunderbar vergilbte Ausgabe von «Der Seewolf» von Jack London, die schon mein Vater als Kind gelesen hat, und «Der Herr der Ringe» von J. R. R. Tolkien inklusive einer Karte von Mittelerde. Obwohl es toll aussieht, habe ich es immer noch nicht gelesen … Wahrscheinlich liebe ich die Filme zu sehr!

Welches Buch Hast du nur aufgrund des Covers gekauft?

© Rowohlt

«Winterjournal» von Paul Auster! Ich hatte bis dahin nie ein Buch von ihm gelesen. Das Cover ist ein Schwarzweissfoto des Autors als junger Mann – die Intensität seines Blicks, der ernste Gesichtsausdruck, das dichte Haar … Irgendwie hat mich das fasziniert. Das Buch ist mir nicht besonders in Erinnerung geblieben, doch ich möchte es zu gegebener Zeit nochmals lesen.

Hast du ein literarisches Lieblingszitat? Wenn ja, welches?

«Eine jede Hoffnung ist ohne Sinn. Kein Mensch verfalle auf die Idee, auf die Erfüllung seiner Träume zu sinnen. Vielmehr soll er den Irrsinn des Hoffens begreifen. Hat er ihn begriffen, darf er hoffen. Wenn er dann noch träumen kann, hat sein Leben Sinn.»  Dieses Zitat stammt aus «Schlafes Bruder» von Robert Schneider, einem meiner Lieblingsbücher.

Was ist Deiner Meinung nach ein unbekanntes Juwel – ein Buch, das mehr Aufmerksamkeit verdient?

Ausgehend von meiner Bibliothek wäre es «Die Dichtungen» von Georg Trakl. Seine Sprache und die ausdrucksstarken Bilder sind so unglaublich, dass man einfach nur bewundern kann, wie dieser Mann schreiben konnte! Selbst wenn man – so wie ich – oft nicht versteht, was er der Welt mit seinen kryptischen Gedichten sagen wollte. Und: Das Cover meiner Ausgabe, ein gemaltes Herbstbild, ist wunderschön!

Gibt es Bücher, die Du nicht zu Ende gelesen Hast? Wieso?

Oh ja! Als Erstes kommt mir «Faust» in den Sinn. Die Versform hat mir Mühe gemacht … Irgendwann werde ich es nochmals versuchen. Ansonsten waren es Bücher, die mich zu lange nicht gepackt haben – also auch nach 20 oder 30 Seiten noch nicht – oder zu denen ich keinen Zugang gefunden habe. Zwei aktuelle Beispiele sind «Kalifornische Jahre» von Paula Fox und «Faces in the Water» von Janet Frame.

© Beitragsbild: Anouk Hagemann; Buchcover: Rowohlt; Bücher: Christin Hume
 
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Veröffentlicht in: Echo

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