Die 11 wichtigsten Vokabeln der Buchwelt

Die Buchbranche besser verstehen

Jede Branche hat ihr eigenes Vokabular; Teams in Buchhandlungen und Verlagsmenschen machen da keine Ausnahme. Mit diesen 11 Begriffen rund ums Buch und den Hintergrundinformationen können Sie bei Buchvernissagen, Buchmessen und Buchevents mitreden. So verstehen Sie wieder ein Stück mehr von der Welt der Bücher und Literatur. Ausführliche Details zu den Vokabeln ISBN, Lektorat und Impressum habe ich in meinem Blog bereits veröffentlicht.

1. Auflage
Der Begriff Auflage bezeichnet im Verlagswesen zum einen die Nummer einer Auflage (Erstauflage, Nachdruck etc.), zum anderen die Anzahl der in einem Druckprozess produzierten Exemplare von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen etc. Sobald sich die Ausstattung, Aufmachung oder der Inhalt einer Auflage von einer anderen desselben Werkes unterscheidet, bezeichnet man das Werk auch als eine Ausgabe.
Die Kalkulation einer Auflage ist heikel, denn einerseits muss die Nachfrage befriediget werden; andererseits darf sie nicht so hoch sein, dass viele Exemplare unverkauft bleiben.

2. Auslieferung
Verlagsauslieferungen sind Dienstleistungsunternehmen, die für Verlage die Lagerung, Bestellannahme, den Versand und/oder das Rechnungswesen übernehmen. Sie tragen in der Regel kein eigenes Verkaufsrisiko und haben das ganze Programm der Verlage am Lager, mit denen sie ihre Verträge haben.
Für ihre Dienstleistung erheben sie von den Verlagen Gebühren, die sich nach dem ausgelieferten Volumen richten. Mit zu den grössten Verlagsauslieferungen in Deutschland gehören z.B. Koch, Neff und Oetinger in Stuttgart und Brockkaus Commission in Kornwestheim.

3. Backlist
Alle lieferbaren Titel eines Verlags – bis auf die Neuerscheinungen – gehören auf die Backlist. Die Backlist wird vom Verlag geführt und gepflegt. Eine gute Backlist sichert dem Verlag Umsatz auch in Zeiten, in denen die Neuerscheinungen mal nicht den erhofften Erfolg haben. Ein Verlag mit einer umfangreichen Backlist ist zum Beispiel der Suhrkamp Verlag. Mit seinen mit seinen Titeln der Deutschen Klassik stattet er seit Jahrzehnten die Schulklassen mit Lektüre aus.

Buecherwand4. Barsortiment
Ein Barsortiment ist ein Buchhandelsbetrieb zwischen Verlag und Buchhandel. Solche Betriebe werden auch als Zwischenbuchhandel bezeichnet. Sie beliefern die Buchhändler auf eigene Rechnung und in eigenem Namen. Sie erzielen ihre Gewinne, indem sie von den Verlagen einen zusätzlichen Rabatt erhalten, aber an die Händler zum üblichen Buchhandelsrabatt verkaufen.

5. Buchpreisbindung
Die gesetzliche oder vertragliche Preisbindung für Bücher und ähnliche Produkte wird Buchpreisbindung genannt. Sie überwacht, dass der vom Verlag festgesetzte Ladenpreis (Endkundenpreis) an allen Verkaufsstellen (Buchhandlung, Online-Buchhandlung, Museumsshop, Bahnhofkiosk, Papeterie, etc.) eingehalten wird. Dieser Preis darf weder unter- noch überschritten werden. Die Buchpreisbindung wird in mehreren Ländern, vor allem in Deutschland und anderen EU-Staaten, mit dem kulturellen Argument verteidigt, die Qualität der kulturellen Leistung und das Kulturgut Buch zu unterstützen. In der Schweiz fiel die Buchpreisbindung im Mai 2007.

6. Impressum (Klicken Sie, um den ausführlichen Blogbeitrag zu lesen)

7. ISBN (Klicken Sie, um den ausführlichen Blogbeitrag zu lesen)

Jeff_Sheldon_Unsplash

8. Lektorat
Das Lektorat ist verantwortlich für die rechtschreibliche, stilistische, grammatikalische und inhaltliche Begutachtung und Verbesserung von Texten. Es geht hierbei nicht nur um eine reine Fehlerkorrektur, sondern auch um die inhaltliche Verbesserung eines Textes. Eine Lektorin oder ein Lektor sollte daher vor allem die Fähigkeit haben, Ideen stilistisch einwandfrei zu Papier zu bringen, den Gesamtüberblick über einen Text zu behalten und Inhalte verständlich zu übermitteln. Hier lesen Sie meinen ausführlichen Lobgesang auf das Lektorat!

9. Korrektorat
Beim Korrektorat wird ein Text im Gegensatz zum Lektorat in der Regel nur auf orthografische, grammatikalische und typografische Fehler geprüft. Auch Interpunktion, Einheitlichkeit und Silbentrennung liegen in diesem Bereich. Die Silbentrennung geschieht erst an der Endfassung eines Textes, wenn der Text im Layout vorliegt also unmittelbar vor dem Druck.

10. Ramschen
Als Ramschen bezeichnet man den Verkauf von Restauflagen, also von Büchern, die nicht mehr nachgefragt werden und die der Verlag nicht mehr länger lieferbar halten will. Der Verlag hebt den Ladenpreis auf und verkauft die Restauflagen zu einem geringerem Preis an sogenannte Grossantiquariate. Diese bündeln Restauflagen zu vorsortierten Paketen für den stationären Buchhandel.

11. Verlagsvorschau
Eine Verlagsvorschau informiert in erster Linie Buchhändler, Journalisten und Verlagspartner über die Neuerscheinungen eines Verlages. Diese aufwendigen, meist gehefteten DIN-A4-Prospekte erscheinen zweimal im Jahr – im Dezember/Januar für das Frühjahrsprogramms und im Mai/Juni für das Herbstprogrammsaison. Die Verlagsvorschau ist ein wichtiges Marketing- und Werbeinstrument des Verlags, sozusagen sein Aushängeschild.

Mein Tipp: Weitere Informationen zu Buchbranchenvokabeln von A bis Z finden Sie im Internet beim «Börsenverein des deutschen Buchhandels online» im Glossar und im «Verlagswörterbuch online».

Welche Vokabel der Buchbranche möchten Sie erklärt bekommen?
Haben Sie Ergänzungen zu den oben aufgeführten Begriffen?
Ich freue mich auf Ihr Feedback in den Kommentaren.

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