Lektorat

Ein Hoch auf das Lektorat

Als ich anfing, in der Buchbranche zu arbeiten, wurde ich oft gefragt, ob ich Lektorin wäre. Nein, dass bin ich nicht. Erklärend antwortete ich, dass ich ungern nach Fehlern bei anderen Menschen (bzw. in Texten) suche und dass mich Rotstifte seit frühster Kindheit abschrecken. Mein Fokus war schon immer das fertige Buch.

Doch je länger ich mit Texten und Büchern arbeite, desto wichtiger und grundlegender finde ich ein professionelles Lektorat. Jeder Text gewinnt durch einen externen Blick. Nehmen wir uns kurz Zeit, einen Blick auf dieses besondere Handwerk zu werfen. Viele kennen die Berufsbezeichnung, doch was genau steckt dahinter?

Beruf und Berufung

Brille

Das Lektorat ist verantwortlich für die auf Rechtschreibung bezogene, stilistische, grammatikalische und inhaltliche Begutachtung und Verbesserung von Texten. Es geht also hierbei nicht nur um eine reine Fehlerkorrektur, sondern auch um die inhaltliche Optimierung eines Textes. Lektorieren ist ein Prozess: Jahreszahlen und Lebensdaten werden überprüft. Zweideutigkeiten, Doppeltes, Unklares und Fragwürdiges wird gefunden. Oft wird ein konstruktiver Gegenvorschlag gemacht. Manchmal reicht es schon, einen Halbsatz einzufügen, um einen Satz verständlicher zu machen oder einen Gedanken zu Ende zu führen.
Eine Lektorin oder ein Lektor sollte daher vor allem die Fähigkeit haben, Ideen stilistisch einwandfrei zu Papier zu bringen, den Überblick über einen Text zu behalten und Inhalte verständlich zu formulieren.

Ein allgemein verbreitetes Missverständnis können wir auch gleich klären: Ein Lektorat ist mehr als ein Korrektorat. Beim Korrektorat wird ein Text in der Regel nur auf orthografische, grammatikalische und typografische Fehler geprüft. Auch Interpunktion, Einheitlichkeit und Silbentrennung liegen in diesem Bereich. Aber die inhaltliche Prüfung gehört nicht dazu.

Die Silbentrennung geschieht übrigens, wenn die Endfassung eines Textes im Layout vorliegt – also unmittelbar vor dem Druck.

Lektorat

Sicherlich haben Sie sich auch schon über Fehler in einem Buch geärgert. Doch wenn ein Buch Sie sprachlich, stilistisch und inhaltlich überzeugt, lesen und empfehlen Sie es sicher gerne weiter, oder?

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