Der E-Reader – eine Errungenschaft?

Nadine, eine Bekannte von mir, die täglich mit dem Zug von Basel nach Bern pendelt, schwört auf ihr E-Book. Egal ob das Buch dick oder dünn ist, das Gewicht eines E-Books ist immer gering. Ja, E-Books haben unbestritten ihre Vorteile.

„Bin ich auf den letzten Seiten eines Buchs, muss ich keine Angst haben, dass mir auf der Rückfahrt die Lektüre ausgeht. Ich kann einfach ein anderes Buch anfangen oder unterwegs ein neues bestellen. Ich habe einen ganzen Buchladen dabei.“

Vorteile

Vorbei die Zeiten, in denen man sich vor einer Reise entscheiden musste, wie viele Bücher man mitnimmt und die Koffer bei langen Ferien mit viel Lektüre fürchterlich schwer wurden. Auch vorbei die Zeiten, wo man an abgelegenen Orten befürchten musste, dass einem der Lesestoff ausgeht und man darauf hoffen musste, dass andere Reisende ihr Gepäck unterwegs um spannende Bücher erleichtern. In schummrigen Hotelzimmern muss man mit einem E-Book nicht mehr auf die Gute-Nacht-Lektüre verzichten, und wer unter Schlafproblemen leidet, kann sich wieder in den Schlaf lesen, ohne den Partner oder die Partnerin zu wecken. Über überquellende Bücherregale muss man sich auch keine Gedanken mehr machen.
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EReader

Schwächen

Doch trotz dieser unbestrittenen Vorteile haben E-Books ihre Grenzen. Und auch meine Bekannte würde auf gedruckte Bücher nicht gänzlich verzichten. Nicht zu empfehlen sind beispielsweise Fachbücher mit umfangreichen Grafiken oder Tabellen. Diese werden auf den kleinen E-Books häufig sehr unattraktiv oder schlecht lesbar, da muss man dann schon auf das Tablet wechseln. Ebenfalls nicht zu empfehlen sind Bücher, die man nicht von vorne bis hinten liest, oder bei denen man immer wieder einzelne Passagen nachlesen möchte. Es gibt auf den E-Book-Readern zwar Lesezeichen-Funktionen und Inhaltsverzeichnisse, aber die Handhabbarkeit ist nicht immer sehr befriedigend.

Zudem lässt sich schwer abschätzen, wie lange man zum Lesen des Buches braucht – beim Anblick von 500 Buch-Seiten ist mir sogleich klar, dass es bis zum nächsten Leseclub-Date nicht mehr reicht… Ich lese leider sehr langsam (aber gründlich).

Ein anderer, ganz grosser Nachteil ist, dass man keine gelesenen Bücher verleihen kann. Man muss dann schon den E-Book-Reader aus den Händen geben und steht dann ohne da – eine unangenehme Vorstellung. Oder man muss die Bücher doppelt erwerben; auch nicht wirklich befriedigend. Beim Verschenken von Büchern stossen E-Books ebenfalls an ihre Grenzen. Statt zum Geburtstag ein Buch auf den E-Book-Reader des Geburtstagskindes zu laden, muss man hier mit einer Kombination aus Gutschein und Buchempfehlung arbeiten.

Auch in den Ferien hat das E-Book nicht nur Vorteile. Nimmt man beispielsweise Lektüre mit an den Strand, so sind Bücher gegenüber Sonne, Sonnencrème, Sand und Meerwasser sehr viel weniger empfindlich. Und man macht sich weniger Sorgen, wenn man ins Wasser geht und das Buch auf dem Strandtuch liegen lässt. Die Chance, dass ein Buch geklaut wird, ist erstens geringer, und finanziell gesehen weniger ärgerlich. Verlässt man sich auf Reisen auf Bücher, die andere hinterlassen haben, so liest man ausserdem so manches Buch, auf das man sonst nie gekommen wäre.

Meine Meinung

Doch in einem kann ein E-Book definitiv nicht mithalten. Es wird nie das Gefühl ersetzten, dass man hat, wenn man ein Buch in die Hand nimmt. Das Cover betrachtet, es aufschlägt, die Seiten befühlt und einzeln umblättert. Die Papierdicke spürt, das Gewicht des Buches in der Hand. Und wenn man das Buch ausgelesen hat, so ist es etwas ganz anderes, das Buch zuzuschlagen, den Einband genauer zu betrachten; jetzt wo die Neugierde auf die Fortsetzung des Inhalts befriedigt ist. Man liest vielleicht einzelne Passagen nochmals. Und wenn man es später mal wieder im Regal stehen sieht, kann man es rausziehen, darin blättern. Auch das Coverbild prägt sich ganz anders ein. Beim E-Book drückt man einfach auf den Aus-Knopf und in der E-Book-Bibliothek lässt es sich nur schwierig stöbern. Das E-Book ist also ganz sicher eine tolle Errungenschaft, aber Bücher wird der E-Book-Reader – meiner Meinung nach – nie gänzlich ersetzen können.

Was meinen Sie? Womit lesen Sie?
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2 Gedanken zu „Der E-Reader – eine Errungenschaft?

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